Wohlstand trotz Wirtschaftkrise

Die reichsten Länder der Erde

20.07.2009 Sylvia Schöbe

Welches sind trotz Wirtschaftskrise die reichsten Länder der Welt? Wie wird der Wohlstand ermittelt und wie groß ist die Kluft zwischen Arm und Reich?

Trotz der Weltwirtschaftskrise gibt es sie: Reiche Länder, in denen Wohlstand herrscht und die im Vergleich zu anderen noch ein relativ gesundes Einkommen erzielen. Das sind besonders solche Nationen, die eine geringe Exportquote haben und nicht ganz so stark auf den Welthandel angewiesen sind. Dänemark ist ein Beispiel hierfür.

Doch große Verluste durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedeuten nicht automatisch ein Abrutschen ins Mittelfeld. Es ist erstaunlich, dass beispielsweise Nationen wie Irland und die USA immer noch in den Listen der reichsten Länder aufgeführt werden, obwohl die Krise hier besonders hart zugeschlagen hat. Dies zeigt, wie groß die Kluft zwischen Arm und Reich ist, sodass selbst weniger betroffene afrikanische Staaten die Rangliste nicht nach oben klettern konnten. Kein Wunder: Im Jahre 2008 betrug der Unterschied zwischen der Schweiz ganz oben und Äthiopien ganz unten beim Pro-Kopf-Einkommen unglaubliche 525.400 Euro.

Die Weltbank ermittelt

Was sind nun aber die Faktoren für Wohlstand? Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, den Reichtum zu erfassen. Eine verlässliche Quelle ist die Weltbank. Diese bestimmt beispielsweise den Wert von Bodenschätzen und Energievorkommen, aber auch von Nahrungsmitteln wie etwa die Fischbestände. Die Qualität der Bildung, die Kompetenz von Behörden und die Stabilität der Regierungsführung werden ebenfalls mit in die Berechnungen aufgenommen. Diese sogenannten nationalen Reichtümer geben Aufschluss darüber, wie wohlhabend das jeweilige Land ist.

Reichtum pro Einwohner

Ermittelt man den Pro-Kopf-Reichtum, so sind die Menschen in der Schweiz mit rund 814 500 Franken (ca. 527 000 Euro) am reichsten. Danach folgen Dänemark, Schweden, die USA, Deutschland, Japan, Österreich, Norwegen, Frankreich, Belgien und Luxemburg. (Stand 2008)

Das Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die innerhalb eines Jahres in einer Nation hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Wird der Reichtum an diesem BIP gemessen, ergibt sich eine etwas andere Rangfolge als beim Vermögenswert pro Einwohner. Hier hat die USA mit 13.130 Milliarden Dollar die Nase vorn. Die weiteren Platzierungen sind China, Japan, Indien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland und Brasilien.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner

Eine weitere Möglichkeit, den Reichtum eines Landes zu bestimmen, besteht daraus, das BIP pro Einwohner zu ermitteln. Auch bei dieser Methode ergibt sich eine veränderte Reihenfolge. Luxemburg ist hier an erster Stelle, gefolgt von Norwegen, den USA, Irland, Dänemark, Kanada, der Schweiz, Österreich, Japan und Belgien.

HDI - Die menschliche Entwicklung

Neben den materiellen Wohlstand gibt der so genannte Human Development Index (HDI) Auskunft über die menschliche Entwicklung eines Landes. Die Indikatoren, die hierbei untersucht werden, sind die Säuglingssterblichkeitsrate, die Alphabetisierungsrate und die Lebenserwartung. Auch das Bruttosozialprodukt je Einwohner spielt hierbei eine Rolle. Dieser Wert misst die wirtschaftliche Leistung an den Erwerbs- und Vermögenseinkommen unter der Berücksichtigung von Steuern, Subventionen, Abschreibungen und Abgaben.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ermittelt jedes Jahr einen Bericht über die Weltentwicklung. Nach dem HDI werden die Länder in fünf verschiedenen Abstufungen eingeteilt. Die Nationen mit der höchsten menschlichen Entwicklung sind demnach die USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Island, Norwegen, Großbritannien, Irland, Australien und Japan.

Das grundlegende Ergebnis

Das reichste Land der Erde lässt sich also nicht eindeutig bestimmen. Doch seit Jahren ändert sich das grundsätzliche Ergebnis nicht: Westeuropäische Staaten, die USA und Japan sind am reichsten. Afrikanische Länder südlich der Sahara sind am ärmsten. Erstaunlich dabei ist, dass der Reichtum der wohlhabenden Nationen weniger in Natur- und Rohstoffressourcen vorkommt. In Ländern wie Deutschland und der Schweiz macht dieser Wert gerade mal ein Prozent aus. Vielmehr besteht der Reichtum aus immateriellen Kapital wie Bildung und einem funktionierendem Rechtssystem.

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